Kommunikation verbessern


 

I. Wissenswertes über Kommunikation


   
Wir kommunizieren immer ganzheitlich

d.h. sowohl verbal als auch nonverbal. Auch ohne Worte senden wir Botschaften aus durch unsere Haltung, Gestik, Mimik, Stimme, Kleidung oder unseren Umgang mit dem Raum. Unsere innere Einstellung zum Gesprächspartner und zur Sache beeinflusst unser kommunikatives Verhalten. Der Tonfall und viele weitere Kommunikationselemente zeigen dem Partner unsere Einstellung und übertragen diese auf ihn.

 

Eine Nachricht enthält immer mehrere Botschaften

Ich könnte zu meinem Partner sagen: “Der Mülleimer ist voll!“, oder: “Die Türe schließt nicht mehr ordentlich!“ In beiden Fällen drücke ich mehr aus als den bloßen Sachverhalt: Ich habe die zusätzliche Erwartung, dass mein Partner darauf reagiert, indem er den Eimer leert oder die Türe repariert.

Deshalb ist zwischenmenschliche Kommunikation so oft von Missverständnissen geprägt. Jeder kennt das Gefühl, der andere müsste doch ganz genau wissen, was gemeint ist, und doch redet man glatt aneinander vorbei. Oder man will endlich etwas klären, will auf den anderen zugehen, offen sein, aber es klappt nicht und nach dem Gespräch ist alles noch schlimmer als zuvor - die Kommunikation misslingt.

Zur Verbesserung solcher Situationen ist es wichtig zu wissen, wie wir kommunizieren bzw. was wir an unserer Kommunikation verändern können.

 

Kommunikation ist wie Tanzen

Es ist wichtig, die Grundschritte zu beherrschen um dann zur hohen Schule des Tanzens zu kommen. Je mehr Tanzarten jemand beherrscht, desto besser wird er sich auf den verschiedensten Parketten mit den unterschiedlichsten PartnerInnen bewegen können.

 

Woran erkennt man eine gelungene Konversation?

Diese Frage zu beantworten ist nicht leicht möglich, wenn wir auch jederzeit feststellen können, was an einer Konversation falsch gelaufen ist, was man vielleicht hätte sagen oder unterlassen sollen. Um seine persönlichen Strategien zu überdenken, könnten die folgenden Tipps hilfreich sein.
  

Persönlichkeitsentwicklung Kommunikation verbessern





 

II. Tipps für verbesserte Kommunikation



Modelle für gelungene Kommunikation beschäftigen Menschen schon seit Jahrhunderten und viele der Regeln haben seit der mittelalterlichen Rhetorik an Gültigkeit nichts verloren. Moderne Kommunikationstheorie und Psychologie ergänzen diese Grunderkenntnisse:

T I P P !      
 

  1. Nehmen Sie sich Zeit!
    Versuchen Sie nie etwas Wichtiges zu besprechen, wenn der Partner nicht auch dazu bereit ist, wenn er/sie mit etwas anderem beschäftigt, müde oder hungrig ist.
  2. Lassen Sie sich nicht ablenken!
    Halten Sie möglichst Augenkontakt. Suchen Sie den besten Ort für das Gespräch aus. Der Partner fühlt sich wertgeschätzt, wenn Sie ihre volle Aufmerksamkeit schenken und wird Ihnen entgegenkommen.
  3.  „Ich empfinde...“
    Ehrlichkeit ist entwaffnend: leiten Sie das Gespräch mit einem ehrlichen persönlichen Eindruck oder Gefühl/Empfinden ein, ohne gleich einen Vorwurf daraus zu formulieren. Damit erreichen Sie zweierlei: Sie müssen sich Ihrer Position und Ihrer Gefühle zum Thema bewusst werden, gleichsam die (emotionalen) Karten auf den Tisch legen und kommen somit nicht in die Gefahr von Unterstellungen und Anschuldigungen. Ein guter Anfang.
  4. Hören Sie bewusst zu!
    Zuhören ist eine Form der Kunst. Lassen Sie Ihren Gesprächspartner ausreden, seien Sie geduldig. Besonders, wenn er/sie etwas Kritisches bemerkt hat, überlegen Sie nicht schon in Gedanken Ihre Entgegnung/Verteidigung, wenn das Gegenüber noch nicht zu Ende ist - spüren Sie nach und interessieren Sie sich zuerst dafür, wie der Partner zu dieser Meinung gekommen ist - auch wenn´s (zu Beginn noch) schwer fällt!
  5. Wiederholen Sie zuerst und setzen dann erst den Gedanken des Gesprächspartners fort!
    Versuchen Sie das Statement ihres Gegenübers in Ihrer Antwort zuerst zusammenzufassen, bevor Sie einen neuen Inhalt anbringen. Probieren Sie Formulierungen wie „Ich habe dich so verstanden, dass .... Du denkst also wirklich, dass ..... Ich fühle mich dabei...“. Möglich, dass sich dadurch schon Missverständnisse im Entstehen auflösen..
  6. Arbeiten Sie zusammen!
    Spielen Sie nicht jeden alten Trumpf aus, wenn es beginnt hitzig zu werden, machen Sie die Kommunikation lieber zur Kooperation! Bleiben Sie am Thema und versuchen Sie, ein „win - win“ Ergebnis zu erreichen - Kommunikation ist kein Wettbewerb, wenn es am Ende Sieger und Besiegten gibt, werden beide damit nicht glücklich.
  7. Gehen Sie es Stück für Stück an!
    Wenn Sie eine wichtige Entscheidung treffen müssen oder ein heikles Thema behandeln, zerlegen Sie es in mundgerechte Stücke. Wählen Sie immer ein wenig aus und das Bild wird bald klarer werden.
  8. Drücken Sie sich klar aus!
    Es kommt besser, zu sagen: „Ich möchte, dass Du morgen den Mistkübel ausleerst!“ statt: “Du kümmerst Dich überhaupt nicht um die Wohnung“. Der Adressat weiß somit, was Sie wollen und wird nicht so gekränkt sein, wie wenn Sie eine allgemeine Kritik vom Stapel lassen.
  9. Stellen Sie sich auf die Stimmung des Partners ein!
    Es ist O.K., bei manchen Themen zu lachen, aber ein Grinsen kann gute Kommunikation jäh unterbrechen. Wenn es Ihrem Partner ernst ist, gehen Sie wie ein Spiegelbild auf seine Stimmung ein. Nur dann fühlt er sich auch ernst genommen und wird sich öffnen.
  10. Machen Sie Ihren Partner nicht runter!
    Kränkungen und Beschimpfungen haben in guter Kommunikation nichts verloren. Wenn Sie sich selbst bereits verletzt fühlen, dann sagen Sie das auch ehrlich, unterbrechen Sie den Teufelskreis, anstatt zurückzuschlagen - Sie werden Ihrem persönlichen Ziel damit wesentlich näher kommen!
  11. Männer und Frauen kommunizieren unterschiedlich!
    Untersuchungen bestätigen, dass Frauen häufiger versuchen den Verlauf ihres Denkens und ihrer Entscheidungsfindung zu artikulieren. Männer durchlaufen denselben Prozess intern, denken dabei aber nicht „laut“ nach. Das heißt: Männer warten üblicherweise bis sie eine Antwort oder die Lösung für ein Problem gefunden haben und verkünden sie dann, Frauen sprechen meist über ihre innere Analyse.



In der Praxis resultiert daraus eine häufige Störung in der Kommunikation von Paaren: Männer sehen die Stationen im Überlegungsprozess oft schon als „endgültige Antwort“ und bezichtigen Frauen, ihre Meinung ständig zu ändern, während Männern ungeduldig unterstellt wird, sich um das Thema „überhaupt keine Gedanken zu machen“, das Ende der „Funkstille“ wird gar nicht erst abgewartet. Ein kleiner Hinweis von beiden Seiten könnte da sicherlich Licht in die Sache bringen!

Um einander verstehen zu können, ist es wichtig, keine vorschnellen Annahmen zu treffen und auch nicht vom Partner zu erwarten, dass er/sie Gedanken lesen kann!

Für ein persönliches Gespräch mit uns:
Psychologische Beratungsstelle für Studierende


Persönlichkeitsentwicklung Kommunikation verbessern


© Silvia Wamser


   
 

III. Literatur und Links

 
     

Gray, J.: Männer sind anders, Frauen auch, Goldmann Verlag, München, 1998.

Schulz von Thun, F.: Miteinander Reden 1 und 2, Rowohlt Taschenbuch, Regensburg, 1981.

Berne, E.: Die Spiele der Erwachsenen. Psychologie der menschlichen Beziehungen, Rowohlt Taschenbuch, Regensburg, 2002.

Watzlawick, P.: Wie wirklich ist die Wirklichkeit? Wahn, Täuschung, Verstehen, Piper, München, 1995.

Birkenbihl, V.F.: Kommunikationstraining. Zwischenmenschliche Beziehungen erfolgreich gestalten, MVG, 2002.

Fisher, R., Ury, W., Patton, B.M.: Das Harvard - Konzept: Sachgerecht verhandeln, erfolgreich verhandeln. Campus Fachbuch, 2000.
 


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