I. Rahmenbedingungen für erfolgreiches Lernen
Arbeitsplatz
T I P P !
- Gestalten Sie Ihren Arbeitsplatz möglichst ruhig und störungsfrei (erspart Zeit und erleichtert die Konzentration).
- Lassen Sie nur das am Arbeitsplatz liegen, was sie aktuell zum Lernen benötigen (erspart Ablenkungen).
- Dasselbe gilt für den PC: Nur öffnen, was Sie wirklich brauchen
- Mail nicht sofort abrufen, Chatbereitschaft nur in den Pausen
- Grenzen Sie den Arbeits- und Freizeitbereich sowohl räumlich wie zeitlich möglichst klar von einander ab.
- Lernen Sie möglichst im Sitzen, man kann dabei im Allgemeinen die Aufmerksamkeit wesentlich länger erhalten, als beim gemütlichen Lernen im Liegen.
- Wenn es Ihnen (zeitweise) leichter fällt in einem Raum zu lernen, in dem mehrere KollegInnen konzentriert lernen oder arbeiten, dann gehen Sie z.B. in eine Bibliothek oder einen ähnlichen Ort.
- Ihr Arbeitsraum soll gut belüftet und gut beleuchtet sein.
- In den Pausen ist es gut sich vom Arbeitsplatz weg zu bewegen.
Tageszeit und Arbeitszeiten
Von Ihrem persönlichen Biorhythmus und Ihrem Tagesablauf ausgehend:
T I P P !
- Finden Sie Ihre besten Tageszeiten heraus und nützen Sie diese Zeiten für intensive Lern- und Arbeitsphasen.
- Als „schwache“ Lernzeit gilt im Allgemeinen die Zeit nach Mittag.
- Sichern Sie Ihr Lernen ab durch regelmäßige, fixe Arbeitszeiten und das Einhalten der vorgenommenen Beginnzeit.
- Dehnen Sie die Arbeitszeit nicht aus, „wenn der Speicher schon voll ist“.
Pausen
Pausen sind fast genau so wichtig wie das Lernen selbst. Fixieren Sie aber den Beginn und das Ende einer Pause im Vorhinein. Man braucht Pausen zum Abschalten und erholen, denn
Das Gehirn prägt sich das Gelernte in den Pausen weiter ein!!
Folgende Arten von Pausen haben sich im Allgemeinen bewährt :
- Gedankenpausen/Verschnaufpausen:
Damit können Sie eben Gelerntes abschließen und Verarbeitungsprozesse im Gehirn nachwirken lassen. - Minipausen:
Sie sollen ca. alle 30 Minuten gemacht werden und ca. 5 Minuten dauern. Günstig für diese Minipausen ist es, vom Arbeitsplatz aufzustehen, sich zu lockern, zu entspannen, ein paar kurze Gymnastik- oder Bewegungsübungen zu machen. - Kurzpausen:
Spätestens nach 2 Stunden lernen sollen Sie unbedingt eine Pause von 15-20 Minuten einlegen, den Arbeitsplatz verlassen, einfach nichts oder etwas Angenehmes tun, etwas Trinken und (leichtes) Essen. Fernsehen hat sich als ungünstig erwiesen. - Freizeitpausen:
Nach 3-4 Stunden lernen können Sie sich 1-2 Stunden erholen und die Freizeit genießen.
Körperliches Wohlbefinden
Sowohl Bewegung in den Lernpausen wie körperliche Fitness wirken sich positiv aufs Lernen aus.
T I P P !
- Machen Sie Bewegung als Ausgleich zum Lernen, man fühlt sich wohler und das Gehirn wird aktiver und damit aufnahmefähig.
- Genügend Schlaf ist wichtig zur Regeneration.
- Gesunde und leichte Ernährung ist auch fürs Lernen günstig. Lieber öfter eine Kleinigkeit essen.
- Entspannungsübungen können Ihnen bei Hektik und zu großer Anspannung helfen, sich auf ein günstiges Aktivierungsniveau „herunterzuholen“ und den Kopf frei zu bekommen. Bei längeren Entspannungsübungen ist es wichtig sich nachher wieder körperlich zu aktivieren.
II. Lern- und Arbeitsplanung
Stellen Sie sich vor, Sie sind ein Unternehmen, sozusagen ein „Ein-Mann-Betrieb“ oder ein „Ein-Frau-Betrieb“. Ihr Unternehmensziel heißt Studienerfolg. Mit Ihrer Planung soll es gelingen Ihre Lern- und Studienaktivitäten so zu koordinieren, dass Ihr Unternehmen „Studium“ floriert.
Semesterplan
Erstellen Sie zunächst einen Generalplan für das ganze Semester oder das Studienjahr:
C H E C K !
- Welche Lehrveranstaltungen haben Priorität?
- Wann wollen Sie welche Prüfungen absolvieren?
- Welche Seminararbeiten etc. wollen Sie bis wann fertig stellen?
- Welche Zeiten stehen Ihnen wegen Urlaub, jobben etc. nicht zur Verfügung?
Zeit- und Stoffeinteilung für die konkrete Prüfung
C H E C K !
- Wie viele Tage bzw. Stunden brauchen Sie um den gesamten Stoff einmal durch zulernen?
- Bei einem neuartigen und umfangreichen Stoff: finden Sie an 3–5 Probetagen heraus:
- Wie viele Stunden täglich können Sie lernen?
- Wie viele Seiten schaffen Sie in dieser Zeit im Schnitt?
- Wie lange brauchen Sie für die Wiederholung dieses Stoffes?
- Wie viel Zeit ist notwendig, um den Stoff in der Schlusswiederholung prüfungsparat zu haben?
- An welchen Terminen wollen Sie „Probeprüfungen“ über einzelne Abschnitte durchführen?
- Welche Zeitpuffer sind wichtig für Unvorhersehbares?
Pläne wirken nur unterstützend und motivierend, wenn sie realistisch sind, und wenn man sich daran hält.
Konkretisieren Sie Ihre Lern- und Arbeitszeiten in Wochenplänen und Tagesplänen. Je konkreter Sie sich Zeit- und Zielvorgaben machen, desto weniger anfällig sind Sie für Ablenkungen.
Wochenplan
Anhand Ihres Stundenplans, in dem die Unterrichtszeiten, die Freizeitaktivitäten und sonstigen Fixpunkte (inkl. Wegzeiten) eingetragen sind:
- Verankern Sie Ihre Lern- und Arbeitsvorhaben innerhalb der disponierbaren Zeit für diese Woche: Für welche Fächer, Prüfungen, Seminararbeiten wollen Sie wie viel Zeit verwenden und wann?
- Berücksichtigen Sie dabei, ob eher ein überblicksmäßiger oder ein genau festgelegter Zeitplan für Sie persönlich am effektivsten ist.
Weitere Informationen und Tipps zum Thema Arbeits- und Zeitplanung sind auf der Seite Zeitmanagement zu finden.
Stundenplan zum Downloaden
Tagesplan
- Welche Zeiten sind nicht durch feststehenden Unterricht verplant?
- Welche konkreten Lern- und Arbeitsaufgaben wollen Sie in der disponierbaren Zeit bewältigen?
- Machen Sie sich einen konkreten Tagesplan und vergessen Sie nicht Zeiten für Pausen und Freizeitaktivitäten mitzuplanen.
To-Do-Liste
Für alle Aktivitäten, die Sie nicht vergessen wollen:
- Welche Anrufe,
- welche Erledigungen,
- welche sonstigen Aktivitäten wollen oder sollen Sie durchführen?
- Hacken Sie diese ab, sobald Sie sie erledigt haben.
T I P P !
Wenn Sie Ihre Studien- und Lernorganisation verbessern wollen, kann es sinnvoll sein, eine Zeit lang anhand Ihrer Wochen- und Tagespläne Soll-Ist-Vergleiche durchzuführen: Was haben Sie sich vorgenommen und wie ist es gelungen?
Planungsfehler
Können Sie das geplante Tagespensum tatsächlich nicht einhalten, so sollten Sie sich die Frage stellen, wo der Fehler liegt:
C H E C K !
- Haben Sie zu „zeitoptimistisch“ geplant und sollten Sie entsprechend realistischer planen?
- Sind Sie durch Lernwiderstände und Lernstörungen beeinträchtigt?
- Halten Sie sich prinzipiell nicht an Ihre Pläne und schieben Sie das Lernen häufig auf?
- Welche Formen von Planung und Selbstdisziplin passen besser für Sie?
- Wollen Sie den Lernrückstand vorübergehend durch eine Reduzierung der Freizeit wettmachen?
Ist das vorgenommene Lernpensum nicht erreichbar, sollten Sie jedenfalls neu planen um sich ständige Frustrationen zu ersparen.
III. Lernmethoden
Lernstoff strukturieren und sich auf das Wichtige konzentrieren
Wenn Sie Ihren Lernstoff durcharbeiten:
- Gliedern Sie den Stoff durch unterstreichen/markieren mit unterschiedlichen Farben z.B. für Überschriften, Hauptpunkte und Details. Heben Sie das Wichtige heraus.
- Fangen Sie mit dem Einprägen des Stoffes erst an, wenn Sie ihn strukturiert haben.
- Konzentriert und erfolgreich Lernen gelingt nur, wenn man das Wichtige vom Unwichtigen unterscheidet.
- Wenn ein Text trotz Markierung weitschweifig oder unübersichtlich bleibt, erstellen Sie besser vor dem Einprägen eine Zusammenfassung.
Verstärken Sie Ihre Ziele für eine Lerneinheit, indem Sie sich in die Vorstellung hinein versetzen, die Ziele bereits erreicht zu haben.
PQ4R-Methode
Wer aktiv und mit schlauen Lerntechniken an den Stoff herangeht, schafft gute Voraussetzungen für erfolgreiches Lernen.
Für aktives und strukturierendes Lernen ist die PQ4R-Methode ein gutes Beispiel. Sie bezieht sich vor allem auf das Lernen eines Kapitels in einem Lehrbuch oder Skriptum.
(Preview – Question – Read – Reflect – Recite – Review)
- Preview – Vorschau:
Überblick verschaffen über ein bestimmten Kapitel zur Orientierung (Überschriften und Untertitel). - Questions – Fragen:
Welche Fragen sollen Sie durch das Lesen des Textes beantworten können? - Read – Lesen:
Verstehendes aktives Lesen - Reflect – Nachdenken:
Wie lässt sich das Gelesene in Zusammenhänge bringen und in das bisherige Wissen einbinden? - Recite – Wiedergeben:
Das Gelesene soll frei und in eigenen Worten reproduziert werden. Bei Lücken soll der Text nachgelesen, ergänzt und nochmals frei reproduziert werden. - Review – Rückblick:
Das Kapitel oder Teilkapitel in Gedanken nochmals durchgehen, sich Fragen dazu stellen und diese beantworten, wesentliche Punkte hervorheben.
Lernen mit der Lernkartei
Die Methode „Lernen mit der Lernkartei“ ist vor allem bei umfangreichen und „widerspenstigen“ Lernstoffen günstig: Also z.B. für Vokabeln,
detailreiche Lernstoffe oder auch für Lerninhalte mit sperrigen Zusammenhängen.
Weitere Vorteile sind, dass durch das ständige Fragen und Antworten die Aktivität beim Lernen erhalten bleibt und man den Überblick darüber bewahrt, was man bereits beherrscht bzw. noch nicht.
Man braucht dazu kleine Karteikarten, (die es überall zu kaufen gibt) und Karteikästen mit mehreren Fächern hintereinander, (die es ebenfalls zu kaufen gibt oder die man sich selbst basteln kann).
Wie funktioniert das Lernen mit der Lernkartei?
T I P P !
- Schreiben Sie auf kleinen Karteikarten auf die Vorderseite die Frage und auf die Rückseite die Antwort.
- Der Lernstoff wird durch die Frage und Antwort auf kleine und eindeutig formulierte Lernelemente zerteilt.
- Man lernt, indem man die Karteikarte zur Hand nimmt, die Frage liest, die Antwort überlegt und eventuell laut vor sich hin sagt und dann die gegebene Antwort mit der Antwort auf der Rückseite der Karteikarte überprüft.
- Ist die Antwort richtig, wandert die Karteikarte ins 2. Fach, ist sie falsch kommt sie zurück ins 1. Fach, zu den noch nicht gelernten Kärtchen.
- Karten aus dem 1. Fach sollen täglich, eventuell sogar mehrmals wiederholt werden.
- Karten aus dem 2. Fach werden z.B. am nächsten oder übernächsten Tag wiederholt.
- Richtig beantwortete Fragen aus Fach 2 wandern in das 3. Fach, nicht gewusste zurück ins Fach 1.
- Die Fragen aus dem 3. Fach werden z.B. nur mehr jede Woche ein Mal gelernt.
- Nach diesem Verfahren geht es weiter, bis alle Karteikarten erfolgreich im 5. und letzten Fach gelandet sind.
- Karteikarten mit besonders widerspenstigen Lernelementen kann man auch mitnehmen und unterwegs lernen.
Regeln gegen das Vergessen
Was kann man tun um den Lernstoff vom Kurzzeitgedächtnis, in dem er einige Sekunden oder Minuten haften bleibt ins Langzeitgedächtnis speichern?
Es gibt dafür einige allgemein gültige Regeln, letztlich muss man aber seine ganz individuelle Lernmethode dafür finden. Wie merken Sie sich etwas am besten? Wie können Sie die meiste Energie mobilisieren?
- Vor dem eigentlichen Einprägen soll der Lernstoff bereits strukturiert werden, denn beim Speichern im Langzeitgedächtnis werden nicht alle Elemente des Lernstoffes 1:1 abgespeichert, sondern entsprechend einer Struktur im Sinnzusammenhang kodiert.
- Beispiel: Sie werden sich kaum die Ziffern 0 0 4 3 1 4 0 2 3 0 9 1 merken, aber viel eher wenn Sie Blöcke bilden 00 431 402 30 91 (Telefonnummer der Psychologischen Beratungsstelle für Studierende Wien).

- Lernen Sie nicht zu viele ähnliche Inhalte hintereinander, denn ähnliche Inhalte behindern sich gegenseitig bei der Einprägung.
- Kurz nach dem Einprägen wird man am meisten vergessen. Daher sind in dieser Zeit verstärkt Wiederholungen notwendig. „Überlernen“ im Moment hat keinen Effekt, je früher allerdings eine Wiederholung erfolgt, umso weniger Wiederholungen sind insgesamt erforderlich. Später können die Zeitabstände zwischen den Wiederholungen immer länger werden.

- Auch gut gelernter Stoff gerät in Vergessenheit, ist aber rasch wieder aktivierbar.
- Je detailreicher und sperriger der Stoff ist, um so mehr Wiederholungen sind notwendig.
- Man kann auch „im Schlaf lernen“, wenn man vor dem Einschlafen Lernstoff wiederholt, der einzuprägende Lernstoff wird nicht durch andere Einflüsse beeinträchtigt und prägt sich damit besser ein.

Zusammenfassend eine Gegenüberstellung:
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Wodurch wird Lernen schwer gemacht?
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Wodurch wird Lernen leicht gemacht?
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Durch passives Lesen
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Aktives Lernen: Sich Fragen zum Stoff stellen und Antworten suchen
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Sich in Details verlieren
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Wesentliches von Unwesentlichem unterscheiden
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Wiederholungen vermeiden
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Häufige Wiederholungen des Stoffes in der Lernphase
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Wiedererkennen des Stoffes
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Freies Reproduzieren des Stoffes
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Ausweichverhalten
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Diversen Ablenkungsmöglichkeiten widerstehen
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Vor-sich-hin-Lernen - ohne einem Lern- und Zeitkonzeptplan bis zum Prüfungstermin
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Erstellung eines Lern- Zeit-Konzeptplanes bis zum Prüfungstermin
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Lernbeginn von Stimmung und Laune abhängig machen
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Mit dem Lernen beginnen, auch wenn es gerade schwer fällt
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Studienbewältigung Lernen mit Erfolg
© Michael Schilling


