Selbstverletzendes Verhalten




 

I. Was ist Selbstverletzendes Verhalten?


Selbstverletzendes Verhalten (SVV) ist zu unterscheiden von Handlungen, die in suizidaler (selbsttötender) Absicht gesetzt werden. Es führt zu Verletzungen der Haut durch unterschiedlich tiefes Schneiden oder Verbrennen z.B. mit Hilfe von Zigaretten. Gelegentlich kommt es auch zu Hautverätzungen oder Verschlucken von scharfen Gegenständen.

Diese Verhaltensweisen treten stets im Zusammenhang mit mehr oder weniger schwer wiegenden psychischen Problemen auf, die sich auch auf andere Bereiche des Verhaltens und Erlebens erstrecken. Oft beziehen sich diese auf den Arbeits- und Beziehungsbereich. Weiters findet man bei den Betroffenen auch andere Symptome selbstschädigender Art wie Essstörungen oder Suchtverhalten.
Häufig sind auch Ängste und depressive Zustände.
 

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II. Warum verletzen sich Menschen selbst?


Auch wenn SVV für Außenstehende meist völlig unverständlich erscheint, hat es doch für die Betroffenen eine wichtige Bedeutung: Beispielsweise dient es als Ventil bei starken inneren Spannungszuständen, hilft ihnen, aus Phasen völliger Verzweiflung und ohnmächtiger Hoffnungslosigkeit aufgrund der starken Reizwirkung wieder herauszukommen (antidepressive Wirkung). Alptraumhafte Abläufe können dadurch verlässlicher unterbrochen werden als durch hochwirksame Medikamente.

SVV schafft auch in Zuständen völliger, psychisch bedingter Gefühllosigkeit wieder die Möglichkeit, zu sich selbst Kontakt zu finden, indem dadurch der eigene Körper wieder gespürt wird.

Nicht zuletzt dient es manchmal auch als Signal, mit dem an die Umgebung appelliert wird oder als Selbstbestrafung, wenn starke Schuldgefühle nicht anders bewältigt werden können.
 

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III. Wie kann man Menschen mit SVV helfen?


Das beträchtliche Maß an Leid, das mit SVV verbunden ist, geht weit über den rein körperlichen Schmerz hinaus. SVV ist Ausdruck massiver psychischer Probleme.

Daher ist eine Psychotherapie die empfehlenswerte Form der Behandlung. Gespräche mit einem Therapeuten oder einer Therapeutin helfen, Verständnis für die inneren Vorgänge zu entwickeln und neue Formen der Bewältigung dieser destruktiven Muster zu finden. In schwierigen Phasen kann es notwendig sein, zusätzlich medikamentöse Unterstützung in Anspruch zu nehmen bzw. auch einen stationären Krankenhausaufenthalt in Erwägung zu ziehen.



Wenn Sie betroffen oder Angehörige/r sind und ein persönliches Gespräch suchen, kontaktieren Sie uns:
Psychologische Beratungsstelle für Studierende.
 

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© Gottfried Großbointner

 
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