Studienbewältigung

 

Stress und Stressbewältigung

 

I. Stress…



… ist eine körperliche Anpassungsreaktion des Organismus auf Belastungen (Selye, 1981), die den Körper aktiviert, wodurch er auf drohende Gefahren innerhalb kurzer Zeit reagieren kann.

… ist an sich nicht gesundheitsschädigend, sondern im Gegenteil die „Würze des Lebens“ (Selye, 1981).

… kann gesundheitsschädigend (z.B. Hypertonie, Koronare Herzerkrankung, Kopfschmerzen, Magen-Darm-Geschwüre, Diabetes etc.) werden, wenn er chronisch ist und die bereitgestellte Energie nicht abgebaut wird.

… ist abhängig von der individuellen Bewertung der Belastungssituation: Manche Menschen bewerten eine Prüfungssituation als Bedrohung, andere als Herausforderung (Lazarus, 1966).

… ist abhängig von der individuellen Bewertung, ob und wie gut mit einer Belastungssituation umgegangen werden kann oder nicht (Lazarus, 1966), z.B. „Das ist so viel zu lernen, das schaff ich nie!“ oder „Bisher hab ich noch alle Prüfungen geschafft, ich fange einfach früher an, dann kann ich den Stoff schon bewältigen!“



II. Die Stressreaktion

 

  1. Es wird ein stressauslösender Reiz bzw. eine stressauslösende Situation – ein sogenannter Stressor – wahrgenommen. Häufige Stressoren sind physikalische (z.B. Lärm oder Nässe), körperliche (z.B. Schmerz oder Hunger), leistungsbezogene (z.B. Zeitdruck oder Unterforderung) oder soziale Stressoren (Konflikte oder Isolation) (Kaluza, 2004).
  2. Der Stressor wird aufgrund unserer Lernerfahrungen und der damit verbundenen Einstellungen bewertet. Solche Einstellungen, die den Stress verstärken, können z.B. „Sei perfekt!“, „Sei beliebt!“ oder „Ich kann nicht!“ sein (Kaluza, 2004).
  3. Diese Bewertung löst bestimmte Gefühle (z.B. Angst oder Traurigkeit), damit verbundene Körperempfindungen (z.B. Herzrasen oder Leere im Bauch) und bestimmte Verhaltensweisen aus (z.B. eine Zigarette rauchen oder laufen gehen).

 


III. Drei Wege der Stressbewältigung (Kaluza, 2004)

  1. Instrumentelle Stressmanagement: Die Stressoren sollen reduziert oder ausgeschaltet werden, z.B. durch Wohnungswechsel oder sich ein soziales Netzwerk aufbauen.
  2. Kognitive Stressmanagement: Die persönlichen stressverstärkenden Einstellungen und Bewertungen sollen verändert werden, z.B. durch Hinterfragen des eigenen Perfektionismus und Akzeptieren der eigenen Grenzen.
  3. Palliativ-regeneratives Stressmanagement: Die physiologische und psychische Stressreaktion soll reguliert und kontrolliert werden, z.B. kurzfristig durch Ablenkung oder Kurzentspannung, langfristig durch regelmäßige soziale Kontakte oder Sport treiben.

 


IV. Tipps

 

  • Atmen Sie mal tief durch!
  • Treffen Sie sich mal wieder mit FreundInnen!
  • Trauen Sie sich ruhig mal „Nein“ zu sagen!
  • Machen Sie mal wieder Bewegung!
  • Akzeptieren Sie, dass niemand perfekt ist!
  • Tun Sie sich wieder mal selbst etwas Gutes!
  • Führen Sie ein klärendes Gespräch!
  • Akzeptieren Sie, dass Sie nicht alles auf einmal machen können!
  • Planen Sie Ihre Zeit!
  • Gehen Sie wieder mal ins Kino!
  • Suchen Sie sich ein Hobby!
  • Setzen Sie sich mal wieder in die Sonne!
  • Machen Sie was Sie wollen, aber machen Sie es anders als bisher!
  • Wenn alles nicht hilft, kommen Sie in die Psychologische Beratungsstelle für Studierende!

 

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