Zwangsrituale und Zwangsgedanken



 

I. Wie entstehen Zwänge?


    
Zwänge, die so stark das Leben beherrschen, sind oft fehlgeleitete Angstbewältigungsstrategien. Zur Abwehr von Angst und Unsicherheit werden Strategien entwickelt, die ein Gefühl von Kontrolle vermitteln, sehr bald aber zum Problem werden.

Es gibt 4 Haupterscheinungsformen von Zwängen, oft treten auch mehrere gleichzeitig auf: 

  • Kontrollzwang
  • Kontaminationsangst mit Reinigungs- und Waschzwang
  • zwanghafte Langsamkeit
  • Zwangsgedanken oder –grübeleien
     

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II. Das Leben „unter Zwang"


Es wird heute geschätzt, dass 1-2% der Bevölkerung von diesem Problem betroffen sind, in Österreich also rund 120.000 Menschen.

Viele von Zwängen betroffene Menschen verbringen Stunden damit, sich zu waschen, sie kontrollieren stundenlang Schlösser, Lichtschalter, etc. Andere entwickeln aufwändige Rituale, um belastende Gedanken zu bewältigen.

Diese Gedanken und Verhaltensweisen sind meist mit großer Angst oder Unruhe verbunden. Dazu kommen Befürchtungen über die schrecklichen Konsequenzen, wenn die Rituale nicht durchgeführt werden.

Gleichzeitig ist vielen Betroffenen die Sinnlosigkeit ihrer Handlungen bewusst, trotzdem können sie nicht damit aufhören.
 

 

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III. Hilfe bei Zwängen


Der Übergang von zwanghaften Verhaltensweisen zu behandlungsbedürftigen Zwängen ist fließend und richtet sich nach der Intensität der Angst und der Einschränkung der Lebensqualität.

Welche Ziele oder Kombinationen von Zielen für eine Behandlung gewählt werden, hängt von den Bedingungen des individuellen Problems ab. In Frage kommen:

  • Eliminierung oder Reduktion der Zwangssymptomatik (Gedanken, Befürchtungen und Handlungen) auf ein sozial akzeptables Maß, das den Betroffenen möglichst wenig an seiner Lebensführung hindert.
  • Bearbeiten der Hintergründe, also Beeinflussung von individuellen Faktoren sowie sozialen Problemen, von denen eine ursächliche Beteiligung an dem Zwangsgeschehen angenommen wird.
  • Bewältigen der sekundären Auswirkungen der Zwänge wie soziale Isolation, Studienprobleme, etc.


Im Verlauf einer Behandlung werden die Ursachen des Problems analysiert. Gleichzeitig ist es unerlässlich, sich auch mit der eigentlichen Zwangssymptomatik auseinander zu setzen:

  • Die Einstellung zu den eigenen zwanghaften Reaktionen wird erörtert. Nicht immer haben die Betroffenen eine deutliche innere Distanz zum Inhalt ihrer Befürchtungen.
  • Um in kritischen Situationen nicht immer wieder von den eigenen Impulsen überwältigt zu werden, ist es daher notwendig, auftretende Gedanken und Befürchtungen immer sicherer als Symptome der Zwangsstörung zu identifizieren.
  • Der wesentliche Schritt besteht dann darin, sich wieder Handlungsfreiheit zu verschaffen und zu lernen, dem Impuls zu den Zwangshandlungen zu widerstehen.


In der psychologischen Behandlung von Zwängen wurden in den letzten Jahren große Fortschritte erzielt und in vielen Fällen können selbst bei sehr beeinträchtigenden Zwängen starke Verbesserungen erreicht werden. Bei nicht so ausgeprägten Zwangshandlungen oder Zwangsgedanken kann oft in einigen Beratungssitzungen „Hilfe zur Selbsthilfe“ gegeben werden.

Wenn Sie Betroffen sind und einen Ausweg aus Ihrem Dilemma suchen, sprechen Sie mit uns:
Psychologische Beratungsstelle für Studierende
 

 

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© Eva Egger-Zeidner


    
 

IV. Literaturhinweise und Links


Unterstützend können dabei auch folgende Bücher sein:

Hoffmann, N.:
Wenn Zwänge das Leben einengen; PAL Verlag 1990, Mannheim

Ciupka, B.:
Zwänge – Hilfe für ein oft verheimlichtes Leiden. Walter Verlag 2001

 

Link:

Informationen für Therapeuten und Betroffene
www.zwaenge.at
www.zwaenge.de
 

 

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